Aufgaben und Tätigkeiten des Glasers und Fensterbauers

 Währen die Geschichte des Glases grob darüber informiert wie sich die Organisation des Glaserhandwerks entwickelt hat, so kann man doch schon vermuten, dass sich Glas, von seiner Entdeckung bis zu seiner Nutzung als Baustoff heute, nicht minder weiterentwickelt hat. Genau genommen ist das Phänomen Glas wissenschaftlich immer noch nicht ganz erforscht.
In der Architektur moderner Bauten ist Glas heute ein fester Bestandteil und eindeutig ein „Zeichen der Zeit“, nicht nur in Deutschland.


Währen die Geschichte des Glases grob darüber informiert wie sich die Organisation des Glaserhandwerks entwickelt hat, so kann man doch schon vermuten, dass sich Glas, von seiner Entdeckung bis zu seiner Nutzung als Baustoff heute, nicht minder weiterentwickelt hat. Genau genommen ist das Phänomen Glas wissenschaftlich immer noch nicht ganz erforscht .

Daraus ergeben sich verantwortungsvolle gestalterische, aber auch ökonomische Anforderungen an die Glasverarbeitende Industrie. Glas wird vom Glaser und Fensterbauer hauptsächlich in Form von Fenstern, Wintergärten und Fassaden, aber auch Spezialverglasungen zur Gestaltung der äußeren Hülle eines Gebäudes verbaut. Er erstellt nicht nur neue, nach dem Stand der Technik produzierte Bauelemente, sondern kann auch für die Instandhaltung bereits abgeschlossener Projekte zuständig sein. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Verbesserung und/oder Restaurierung alter Bestände. Diese dürfen i. d. R. in ihrem äußeren Erscheinungsbild nicht verändert werden, sollen aber neuen technischen Standards angepasst werden. Fundiertes Know-how sind hier von hoher Wichtigkeit, um altes im Bestand und modernste Anforderungen einander anzunähern. Aber auch bei neu hergestellten Fenstersystemen gilt es den Kunden zunächst richtig zu beraten und über mögliche Probleme aufzuklären. „Besserwisser“ wurden schon oft von Feuchtigkeitsschäden bis hin zu penetrantem Schimmel heimgesucht, denn diese Feuchtigkeitsprobleme entstehen stets an so genannte Wärmebrücken. Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäudehülle, die immer dort auftreten können, wo verschiedene Materialien aufeinandertreffen, die die Wärme auch unterschiedlich gut hindurch lassen. Und dies ist zwischen Fensterrahmen und Wand gegeben.

Aber auch im Innenbereich gibt es Tätigkeitsfelder die dem Glaser und Fensterbauer zufallen können, wie z. B. gläserne Möbel, Glastüren, Aquarien, Spiegel, Trennelemente wie z. B. Windfänge.

Entsprechend der Technologisierung und den beschriebenen Tätigkeitsfeldern arbeitet der Glaser und Fensterbauer während der Produktion in der Werkstatt. Hier ist der Umgang mit klassischen Holzbearbeitenden Maschinen wie Kreissäge oder Rahmenpresse Tagesordnung, wobei zunehmend Multifunktionale Maschinen zum Einsatz kommen. Der Einsatz von Handmaschinen ist ihnen eher untergeordnet. Dennoch muss ein Glaser und Fensterbauer, wie jeder andere Handwerker auch, mit ursprünglichen Handwerkzeugen umzugehen wissen. Dazu zählen beispielsweise Glaserwinkel,


Glasschneider oder die Kröselzange, mit der mit dem Glasschneider geritztes Glas gezielt gebrochen wird. Der Einsatz von Schleifgeräten und Poliermaschinen sorgt für saubere und glatte Schnittkanten. Auch Schleifsteine und Feilen können hier zum Einsatz kommen.

Abhängig von den verwendeten Materialien für die Rahmen, in die das Glas eingelegt wird, ist eine Oberflächenveredelung notwendig. Holz beispielsweise wird durch das Vorbehandeln der Flächen, in der Regel Säubern und Schleifen, vorbereitet. Auch hier kommen verschiedene Maschinen zum Einsatz. Veredelt werden die Flächen häufig mit Lacken. Genauigkeit und sauberes Arbeiten sind hierbei wichtige Vorraussetzungen für ein qualitativ anspruchsvolles Endprodukt mit einer hohen Lebensdauer.

Der stetig anhaltende wirtschaftliche und strukturelle Wandel bleibt auch für den Glaser und Fensterbauer nicht unbemerkt. Arbeitsverfahren und Betriebseinrichtungen der Werkstätten werden einer wirtschaftlichen Produktion angepasst, um konkurrenzfähig zu bleiben. Computergesteuerte Maschinen nehmen dem Glaser und Fensterbauer Tätigkeiten ab die vor langer Zeit noch mühsam von Hand auszuführende waren, ermöglichen gleichzeitig aber neue Formgebungen, schnellere Produktionen und neue Einsatzbereiche. Die resultierenden neuen Arbeitsinhalte und auch die dafür notwendigen Qualifikationen erfordern zunehmende Lernbereitschaft vor allem junger Auszubildender und Gesellen.

Während industrielle Betriebe tendenziell Großserien und Großaufträge fertigen, stellen mittelständigen Betrieben Kleinserien und Einzelanfertigungen her.

Der Einbau der fertigen Teile erfolgt auf der Baustelle. Hier ist eine gewisse körperliche Tüchtigkeit gefragt, denn Glaselemente sind trotz immer mehr zum Einsatz kommender Hebehilfen, wie beispielsweise Hebekränen, immer noch häufig mit „Manneskraft“ zu bewegen.

Beim Einbau selbst ist Kenntnis über bauphysikalische Vorgänge und Kenntnis über eingesetzte Materialien zwingend notwenig. Vernachlässigt man einen möglichen Wartungsvertrag, wird mit der Abnahme auf der Baustelle die Montage abgeschlossen und sowohl Auftraggeber, Kunde und der Handwerker können sich an der fachlich geplanten und umgesetzten lichtdurchlässigen Verbindung von Außen- und Innenwelt erfreuen.