Techniken und Arbeitsmaterialien

Wie unter „Aufgaben und Tätigkeiten“ beschrieben, fertigt der Glaser und Fensterbauer überwiegend Fenster, Wintergärten und Fassaden. Fenstersysteme gibt es viele verschiedene und welches System für den Kunden das richtige ist ergibt sich letzten Endes erst aus dem beratenden Gespräch mit dem Fachmann. Am häufigsten zum Einsatz kommen für ihre Herstellung die Materialien Holz, Kunststoff und Aluminium.


Holzfenster werden zunehmend aus mehrschichtig verleimten Kanteln hergestellt, diese werden entweder auftragsbezogenen Längen oder in ca. 6 Meter Länge geliefert und müssen anschließend mit z. B. mit einer Pendelkreissäge abgelängt werden. Anschließend werden selbige mit der Hobelmaschine gehobelt. Vierseiten Hobelmaschinen sind in Fensterbaubetrieben heute Standard. Die nun für die Profilierung vorbereiteten Kanteln können nun an einer Winkelkombination die Quer- und Längsbearbeitung für die Rahmenteile gefertigt werden. Durch die Technologisierung verhält es sich auch hier so, dass CNC-Bearbeitungszentren programmgesteuert mehrere Teile vierseitig komplett profilieren, und wenn konstruktiv vorgesehen bohren. Die Fertigung wird zunehmend „programmierter“ und der Umgang, sowie das Wissen um die neuen Technologien zunehmend wichtiger. Maschinenfehler müssen erkannt und behoben werden können, sowie CNC-Programme, wenn notwendig, manuell und vor Ort geändert werden können, Werkzeugsätze, müssen ein- und ausgebaut werden oder für die Wartung ausgebaut und ausgetauscht werden. Nach dem Profilieren folgt das Verleimen der Blend- und Flügelrahmen in der Rahmenpresse. Vor dem Oberflächenfinish werden Holzfenster typischer Weise durch das Tauch-, Flut oder Spritzverfahren imprägniert, um sie gegenüber einwirkenden Witterungseinflüssen widerstandsfähiger zu machen. Wird in diesem Arbeitsgang nicht gleichzeitig eine Grundierung aufgebracht, werden sie im Anschluss mit herkömmlichen Spritzgeräten oder, in großen Betrieben, in Lackierstraßen, grundiert. Dieses Grundieren sichert eine gute Haftung des zuletzt aufzutragenden Lacks oder der Lasur. Bevor dieser jedoch aufgetragen werden kann, müssen die vorbehandelten Rahmen, um ein qualitativ hochwertige, glatte Oberfläche sicherzustellen manuell mit Handmaschinen zwischengeschliffen werden. Zuletzt müssen Dichtungen eingezogen und Beschläge angebracht werden. Am Flügelrahmen werden die verdeckten Beschläge, am Blendrahmen Schließstücke, Ecklager und Eckbänder montiert. Danach wird durch das Anschlagen der Flügelrahmen mit dem Blendrahmen verbunden. Zuletzt erfolgt das Verglasen. Da die Glasscheiben sehr schwer sind, kommen hier elektrisch betriebene Hebekräne mit Saugern zum Einsatz, um gesundheitsfördernd zu Arbeiten und Unfälle zu vermeiden. Nun ist das Fenster fertig und kann ausgeliefert werden.

Die Produktion von Kunststofffenstern unterscheidet sich in einzelnen Arbeitsbereichen wesentlich von der des Holzfensters. Profile mit Hohlkammern werden i. d. R bezogen. Das Ablängen erfolgt auf einer Einfach- oder Doppelgehrungssäge, welche ein Profil gleichzeitig an zwei Enden bearbeitet. Da Kunststoff selbst nicht die notwendige Stabilität besitzt, werden die Profile mit Aluminium- oder Stahlblechprofilen ausgesteift, bevor die vier Teile eines Rahmens verschweißt werden. Anzubringende Bohrung für beispeisweise


Wasserablauf oder die Öffnungen für Dreh- und Schließbeschläge werden mittels Handmaschinen unter Zuhilfenahme von Schablonen und Lehren eingebohrt und eingefräst. Große Betriebe setzen auch hier Spezialmaschinen ein, die diese Arbeiten durchführen. Das Verschweißen erfolgt mit Pressstumpfschweißmaschinen mit dem so genannten Schweißspiegelverfahren. Dabei werden die Enden der Einzelteile erhitzt und an einander gepresst. Nach dem Auskühlen sind sie fest mit einander verbunden. Es folgt das Putzen, der beim Schweißen entstandenen Grate, das Einbringen von Dichtungen sowie die Montage der Beschläge. Bevor ein Fenster die Werkstatt verlässt muss es lediglich noch verglast werden.

Auch wenn der Glaser und Fensterbauer die Glasscheiben die er verbaut bestellt, so ist er dennoch mit der Glasbearbeitung vertraut. Hierzu zählen das Glasschneiden, das Glasschleifen, das Glaspolieren sowie das Glasbohren.