Argumente für den Beruf des Tischlers

Zu aller erst ist der Beruf des Tischlers ein Handwerk. Du entscheidest dich mit dieser Berufswahl ganz bewusst für die Arbeit mit einem lebenden Werkstoff, dafür ein Naturprodukt zu bearbeiten und etwas mit den Händen herzustellen. Du beobachtest den Fortschritt eines Produktes im Idealfall vom Zuschnitt bis zum Finish. Etwas geleistet zu haben ist immer ein tolles Gefühl. Ein fertiges Möbel beinhaltet dabei nicht nur geistige (Vor-)Arbeit, sondern liefert ein fertiges Produkt, welches du sehen und anfassen und zuletzt zufrieden dem Kunden übergeben kannst. Das ist noch einmal ein ganz anderes sehr


 zufriedenstellendes Gefühl. Doch deine Arbeit fängt nicht beim Zuschnitt an. Kreativität fordert der Beruf des Tischlers bereits bei der Beratung von Kunden und das Eingehen auf deren Wünsche, sowie bei Ihrer fachlichen Beratung. Gleichzeitig kannst du durch fachlich kompetente Beratung Einfluss auf einen entstehenden Prozess und das gegenständliche Produkt nehmen.
Auch bei der Herstellung ist Mitdenken gefordert. Die Lösungswege verschiedener Aufträge sind nicht immer gleich. Holz ist kein homogener Werkstoff. Er arbeitet! Herausforderung und Lösungskompetenz gehen Hand in Hand mit der Abwechslung der Aufträge und der damit einzusetzenden Techniken, der einsetzbaren Maschinen und der einzusetzenden Materialien. Durch neue technologische Entwicklungen, entwickelt sich auch der Beruf des Tischlers weiter. Neue Technologien (CAD, CAM) gilt es zu erlernen und einzusetzen. Gleichzeitig sind traditionelle Handwerkstechniken wie beispielsweise das Zinken als Verbindungstechniken trotz allem aus dem Repertoire des Tischlers nicht weg zu denken. Das Ausüben eines

traditionellen Berufes bedeutet auch seine Kultur am Leben zu erhalten. Es handelt sich bei dem Beruf des Tischlers um einen sehr komplexen Beruf. Eintönigkeit und Langeweile kommen hier nicht auf. Während kleinere Aufträge durchaus alleine bewältigt werden können, ist das Arbeiten im Team aus diesem Beruf nicht wegzudenken. Ob beim gemeinsamen Planen oder Klären der besten Vorgehensweise oder beim einfachen Umsetzen einer Bohle oder auf Montage. Kontakt zu Kollegen ist Alltag. Kontakt hast du aber auch zu Kunden. Ob beratend 

oder „nur“ ausführend beim Ein- oder Ausbau oder bei der Lieferung fertiger Möbel usw.. Hier werden das fachliche Know-how und die vom Tischler hergestellten Produkte, also deine Arbeit in Empfang genommen und Wert geschätzt.

Verschiedene Einsatzbereiche und Einsatzorte bieten Abwechslung, fordern gleichzeitig geistige Beweglichkeit und Flexibilität.


 Aber nicht nur das. Nach mehrjähriger Berufserfahrung und Einsatz auf Montagen, lernst du auch andere Gewerke kennen und auch einiges von deren Know-how. So bist du später nicht nur in der Lage deine tischlerspezifischen Kenntnisse, sondern auch das ein oder andere von anderen Gewerken „gelernte“ im privaten anzuwenden. 

Einzigartig ist auch das Anfertigen eines individuellen Gesellenstücks  (Hier Link zu „das Gesellenstück“) als Teil deiner Gesellenprüfung. In vielen anderen Berufen sind zwar auch Arbeitsproben zu erstellen, selten darf man jedoch seine Fähigkeiten so individuell unter Beweis stellen, wie bei der Gesellenprüfung zum Tischler!

Über all das hinaus stehen dir als Tischler diverse Fortbildungs-, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zur Auswahl. Die Möglichkeiten reichen von leitenden Funktionen in einem Betrieb bis hin zur Selbstständigkeit.

Wie du sehen kannst ist, der Beruf des Tischlers vielseitig und anspruchsvoll. Kein Wunder ist er Jahr für Jahr einer der meist gewählten Handwerksberufe!